
PREMIERE 5. August 2026 (Spieltermine: 6.–16. August 2026)
SPIELORT MS Stubnitz (Kirchenpauerkai 29, U/S Elbbrücken, 20457 Hamburg)
KOPRODUKTION Internationales Sommerfestival Kampnagel Hamburg
"Die MS Nesterval ist gestern gesunken. Aber was haben wir aus der MS Stubnitz gemacht? Ein Traumschiff!"
Nach den Ereignissen von „A Dirty Faust“ (Hamburg, Internationales Sommerfestival Kampnagel, 2024) und „Fürst*in Ninetta“ (Wien, Johann Strauss 25, 2025) erzählt „Das Schiff“ beim Sommerfestival 2026 den dritten Teil der Familiensaga rund um Josef Nesterval, Adelheid Knapp, Leo Paulitsch, Hans Möbius und Marthe Schwerdtlein. Viele Figuren tragen die Erlebnisse der vergangenen Jahre mit sich – und doch beginnt mit der Überfahrt nach Hawaii ein neues Kapitel.
Dabei schlägt diese Inszenierung bewusst einen anderen Ton an. Die Gewalt, Verluste und Grausamkeiten wie Rassismus, Queer- und Transfeindlichkeit oder Sexismus mit denen sich Nesterval sonst auseinandersetzt, sind nicht verschwunden. Jedoch stehen sie diesmal nicht im Mittelpunkt. Stattdessen richtet sich der Blick auf das, was Menschen trotz allem verbindet: Freundschaft, Liebe, Humor, Versöhnung und die Möglichkeit eines Neuanfangs. Gerade in einer Zeit, in der die Welt oft dunkel erscheint, möchte Nesterval für einen Abend daran erinnern, dass Hoffnung ebenso wahr sein kann wie Verzweiflung – und dass manchmal schon ein altes Frachtschiff genügt, um für einen Augenblick zu einem Traumschiff zu werden.
Die Handlung
Sommer 1975, 12. August – ein lauer Abend im Hamburger Hafen. Eigentlich sollte die luxuriöse MS Nesterval eine illustre Gesellschaft nach Hawaii bringen. Doch nach ihrem plötzlichen Untergang muss die Reise auf denkbar ungewöhnliche Weise fortgesetzt werden: Das schlichte Transport- und Kühlschiff MS Stubnitz wird kurzfristig zum Kreuzfahrtschiff umfunktioniert: Kapitän Karli Höllerich begrüßt seine neue Besatzung – rund 130 Leichtmatros*innen –, die sich innerhalb weniger Stunden auf eine Überfahrt vorbereiten müssen, für die weder Schiff noch Crew jemals vorgesehen waren. Gleichzeitig treffen die geretteten Gäste der MS Nesterval ein. An ihrer Spitze steht Kapitän Josef Nesterval, der fest entschlossen ist, seine Reise nach Hawaii fortzusetzen – koste es, was es wolle. In zwei Schichten begleiten die Leichtmatrosen das Geschehen auf Ober- und Unterdeck. Was als improvisierte Rettungsfahrt beginnt, entwickelt sich zu einer außergewöhnlichen Reise voller Wiedersehen, neuer Bekanntschaften und unerwarteter Wendungen. Alte Freundschaften werden auf die Probe gestellt, verlorene Familien finden wieder zueinander, das Rätsel um dreizehn gestohlene Diamanten wird versucht zu lösen –
DAS OBERDECK
Im Mittelpunkt steht Kapitän Josef Nesterval, der spürt, dass seine Kräfte schwinden und diese Reise als seine letzte betrachtet. Zwischen Erinnerungen an vergangene Zeiten verbringt er bewegende Stunden mit seinen langjährigen Weggefährt*innen und ahnt zunächst nicht, dass sich hinter dem jungen Matrosen Freddy Nidl-Petz in Wahrheit sein verschollener Sohn August Nesterval verbirgt. Als Freddy schließlich seine wahre Identität offenbart, muss Josef entscheiden, ob er kurz vor seinem Lebensende noch einmal Vater sein möchte.
Auch Marthe Schwerdtlein tritt ihre Reise mit schwerem Gepäck an: Seit Jahren trägt sie die Asche ihres verstorbenen Mannes Eduard mit sich durch die Welt. Gemeinsam mit ihrer Reisebegleiterin Augusta Wasén träumt sie von Hawaii und versucht, den Verlust hinter sich zu lassen. Erst durch die Begegnung mit Baron Maximilian von Mörsburg, einem alten Bekannten und langjährigen Freund Josef Nestervals, gelingt ihr langsam der Abschied von der Vergangenheit. Als der Baron in einem Moment der Leidenschaft die Asche Eduards verstreut, wird aus einem Skandal schließlich die Möglichkeit für einen neuen Lebensabschnitt.
Für Augusta hingegen entwickelt sich die Reise ganz anders als erwartet. Zwischen den luxuriösen Ansprüchen ihrer Arbeitgeberin und ihrer eigenen Sehnsucht nach Freiheit begegnet sie der Polizeikommissarin Viktoria Valente, die sich an Bord auf der Spur von dreizehn gestohlenen Diamanten befindet. Aus gegenseitigem Misstrauen wächst Zuneigung – bis Augusta selbst die verschwundenen Diamanten findet und beide Frauen vor die Entscheidung stellt, ob Liebe oder Pflicht wichtiger ist.
Der Diebstahl der dreizehn Diamanten zieht sich wie ein roter Faden durch das Geschehen auf dem Oberdeck. Karli Höllerich, der neue Kapitän der Stubnitz und ein alter Weggefährte Josefs, möchte die wertvollen Steine heimlich nach Hawaii schmuggeln. Sein langjähriger Begleiter Pauli Krausnecker beginnt jedoch an ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu zweifeln und plant, sich mit den Diamanten ein eigenes Leben aufzubauen. Unterstützt werden soll er von Kurti Herr, einem ewigen Pechvogel aus der Mannschaft, der unfreiwillig zwischen die Fronten gerät. Während Viktoria Valente immer näher an die Wahrheit herankommt, zerbrechen Freundschaften, Loyalitäten werden auf die Probe gestellt und Karli verliert zunehmend die Kontrolle über seine Mannschaft und über sich selbst.
DAS UNTERDECK
Unter Deck schlägt das Herz der Stubnitz. Hier arbeiten jene Menschen, die die Maschinen am Laufen halten, die Gäste versorgen und den Alltag des Schiffes tragen. Während oben über Diamanten, Erinnerungen und Luxus gesprochen wird, geht es hier um Liebe, Verantwortung, Selbstbestimmung und die Hoffnung auf ein anderes Leben. Adelheid Knapp, hochschwanger und gemeinsam mit ihrem Ehemann Ferdinand Knapp sowie ihrem Vater Hans Möbius an Bord, glaubt, ihre Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Doch als sie dem Schiffskoch Leo Paulitsch begegnet, flammt ihre alte Liebe sofort wieder auf. Beide spüren, dass ihre Gefühle nie verschwunden sind. Aus Rücksicht auf ihre Ehe versucht Adelheid zunächst, Abstand zu halten. Erst gegen Ende der Reise erkennen sowohl sie als auch Ferdinand, dass ihre gemeinsame Zukunft längst vorbei ist.
Auch Ferdinand verändert sich grundlegend. Der cholerische und verwöhnte Ehemann gerät immer wieder mit der resoluten Maschinistin und Meeresbiologin Maxie Haenning aneinander. Was mit gegenseitiger Abneigung beginnt, wandelt sich langsam in Respekt und schließlich in Zuneigung. Gleichzeitig führt Ferdinand ein gesundheitlicher Zusammenbruch dazu, sein bisheriges Leben zu hinterfragen und Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.
Für Hans Möbius beginnt die Reise zunächst als Begleitung seiner Tochter und als Arzt für den gesundheitlich angeschlagenen Josef Nesterval. Seine Vorstellungen von Medizin geraten jedoch schnell mit denen der Bordkrankenschwester Kathi Weck aneinander. Aus hitzigen Diskussionen entsteht nach und nach gegenseitige Anerkennung, bis beide erkennen, dass sie weit mehr verbindet als ihr Beruf.
Kathis Bruder Leo Paulitsch kümmert sich als Schiffskoch nicht nur um das leibliche Wohl der Gäste, sondern versucht zugleich, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Erst die Begegnung mit Adelheid bringt seine alten Gefühle wieder zum Vorschein. Ohne zu ahnen, dass ihr ungeborenes Kind möglicherweise sein eigenes ist, muss Leo lernen, zwischen Hoffnung und Verzicht zu leben.
Für leichtere Töne sorgt Matrose Tommi Haas, der das Leben genießt und sich von den Wirren an Bord nicht aus der Ruhe bringen lässt. Zwischen ihm und Felix Neumayer, dem langjährigen Ersten Offizier der MS Nesterval, entwickelt sich eine vorsichtige Romanze. Felix, der sein Privatleben bisher streng verborgen hielt, findet durch Tommi den Mut, offen zu seiner Liebe zu stehen. Am Ende der Reise wird ihre Beziehung für alle sichtbar und zu einem Symbol dafür, dass Ehrlichkeit manchmal die größte Befreiung sein kann.
DAS KÄPT’NS DINNER
Beim Käpt'ns Dinner laufen schließlich alle Geschichten zusammen. Während die Gäste noch den gelungenen Abend feiern, nutzt Pauli Krausnecker den festlichen Rahmen, um mit der Vergangenheit abzuschließen. Er übergibt Karli Höllerich wegen des Diebstahls der dreizehn Diamanten an Kommissarin Viktoria Valente. Karli wird abgeführt und Josef Nesterval übernimmt noch einmal das Kommando über die Reise. Viktoria erklärt die Diamanten als verschwunden und entscheidet sich somit für Augusta Wasén.
Aber auch andere Menschen finden zueinander: Adelheid Knapp entscheidet sich für Leo Paulitsch, während ihr Gatte Ferdinand Knapp und Maschinistin Maxie Haenning einander näherkommen. Doktor Hans Möbius und Bordkrankenschwester Kathi Weck beginnen, gemeinsam in die Zukunft zu blicken, auch Marthe Schwerdtlein und Baron Maximilian von Mörsburg wagen einen Neuanfang. Josef Nesterval erkennt schließlich in Freddy Nidl-Petz seinen verschollenen Sohn August und nimmt ihn als Teil seiner Familie an. Gleichzeitig stehen Matrose Tommi Haas und 1. Offizier Felix Neumayer offen zu ihrer Liebe.
Aus einer Rettungsfahrt wird so eine Reise der Versöhnung. Was mit dem Untergang der MS Nesterval begann, endet auf der MS Stubnitz mit neuen Freundschaften, wiedergefundenen Familien und Menschen, die den Mut finden, ihr Leben in eine neue Richtung zu lenken. Das Frachtschiff, das nie für eine Kreuzfahrt bestimmt war, wird für einen Abend tatsächlich zu einem Traumschiff – nicht wegen seines Luxus, sondern wegen der Menschen, die an Bord ihren Platz finden.
DIE MUSIK
Steig in das Traumboot der Liebe – Club Indonesia (Caterina Valente & Silvio Francesco)
Es gibt kein Bier auf Hawaii – Paul Kuhn
Schön war die Zeit – Brian Hyland
Der Mann im Mond – Gus Backus
Ein Schiff wird kommen – Nana Mouskouri
Die Liebe ist ein seltsames Spiel – Connie Francis
Aloha Oe – Freddy Quinn
Sag mir was du denkst – Conny Froboess & Peter Kraus
Auf dem blauen Meer – Willy Hagara
Junge Leute brauchen Liebe – Nana Gualdi
Mit etwas Liebe – Jimmy Makulis & Lolita
Ich denk an dich – Roy Black
Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini – Caterina Valente
Wir wollen niemals auseinander gehen – Heidi Brühl
DAS ENSEMBLE
Mit Alkis Vlassakakis, Chris Pfannebecker, Christopher Wurmdobler, Ela Lankes, Fabian Tobias Huster, Gellert Gerson Butter, Géraldine Schabraque, Helen Zangerle, Johannes Scheutz, Laura Athanasiadis, Martin Finnland, Martin Walkner, Mio Riedl, Romy Hrubeš, Sarah Plochl, Sven Diestel, Willy Mutzenpachner
DAS TEAM
Künstlerische Leitung, Konzept & Regie Martin Finnland Buch Teresa Löfberg und Eva Deutsch Kaufmännische Leitung & Dramaturgie Tove Grün Technische Leitung Veronika (Vro) Birkner Choreographie Jerôme Knols Bühnenbild Sophie Eidenberger Kostüm Sophie Eidenberger basierend auf Dritan Kosovrasti Musikkuration, Sounddesign Alkis Vlassakakis Produktion & Abendspielleitung Chiara Seide Regieassistenz Michael Borg Inspizienz Antonia Mayr Team Ausstattung Frida Navratil, Julia Hörner Kommunikation Christopher Wurmdobler Grafik Rita Neulinger Website Gisa Fellerer Fotografie Alexandra Thompson Archiv und Anträge Martin Walkner Büro und Buchhaltung Doris Panzer
Besonderer Dank an das Team der MS Stubnitz mit Felix Stockmar, Olivia Kudlich, Maximilian Wagenbach, Falk Rugies & Markus Lojdl, die Freund*innen von Nesterval insbesondere der Obfrau Andrea Lenk und Vize Markus Kellner, sowie den Unterstützer*innen Michael Brantner, Oleg Elkin, Theo Enzelberger, Lukas Erber, Johannes Felber, Martin Hinterndorfer, Andreas Kauba, Kaya Alina Knapp, Philipp Leitenbauer, Julia Polz, Elisabeth Rohr, Sabine Sammer, Christina Schreckenthaler, Maria Sibilia, Matthias Strohmayer, Richard Comploi-Taupe, Gerald Timelthaler, Sylvia Waldstätten, Tobias Walka, Thomas Zedrosser und Edmund sowie René Lipkovich (SLT Siart Lipkovich + Team GmbH & Co KG), Helmut Patterer (PRBS Patterer e.U.) und Nikolaus Vogler (PHKV Rechtsanwälte).
Gefördert von Mara und Holger Cassens Stiftung, Berthold Leibinger Stiftung, Hamburgische Kulturstiftung und Stiftungsfonds Berit & Rainer Baumgarten, Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BKWKMS).









